49. Abdulrazak Gurnah 2021
15.10.21-20.10.21 "Paradise"
Die Geschichte des Jungen Yusuf, der, um die Schulden seines Vaters abzuarbeiten, dem Händler Aziz übergeben wird. Aus seinen Augen beobachten wir den Handel in Tansania kurz vor dem Eintreffen europäischer Kolonisten. Der Junge weiß zunächst gar nicht, warum er mit dem Mann, den er als Onkel kennt, fortgeschickt wird. Obwohl er de facto ein Sklave ist wird er nicht anders behandelt als andere Arbeiter. Einen großen Teil des Romans nimmt eine Handelsreise durchs Landesinnere ein, wo Aziz noch schnell einen guten Gewinn machen will bevor die Deutschen kommen und das Land übernehmen. Immer häufiger wird über die Deutschen und ihr Vorgehen in benachbarten Regionen gesprochen. Die Kolonisten werden mit einer Mischung aus Furcht und Bewunderung und einer gehörigen Portion Fatalismus erwartet. Das Buch endet, als der Erste Weltkrieg beginnt und die Deutschen in den Ort kommen, um die Einwohner zwangsweise zu rekrutieren.
Der Stil ist sehr modern und lesbar. Für Europäer ist dieser Blick eines in Großbritannien aufgewachsenen Autors sicher einfacher zu lesen als afrikanische Autoren, die für ein afrikanisches Publikum schreiben, auch wenn die Weltsicht der Figuren fremd ist werden sie auf eine Art erzählt, die leicht zu verstehen und nachzuvollziehen ist. Sehr angenehm ist, dass jede der Figuren positive und negative Eigenschaften hat und es weder absolut gute noch absolut böse Personen gibt. Außerdem ist der Humor nicht zu verachten, teils leicht ironisch, teils bitterböse.
Special 3 Kazuo Ishiguro
10.07.21-15.07.21 Kazuo Ishiguro war ja einer der ersten Autoren die ich hier gelesen und geliebt habe. Nun ist sein neuer Roman "Klara and the sun" erschienen. Ein neuer Blick darauf wie Roboter in Zukunft unser Leben bestimmen können. (Ich will auch einen Data als Spielkameraden). Und ein sehr trauriger Blick auf die Zukunft der Optimierung unserer Gesellschaft. Teils etwas sperrig erzählt, da die Ich-Erzählerin eine künstliche Lebensform ist, die nicht immer versteht was Menschen tun und denken. Dennoch fand ich gerade die häufig eigenwillige Wortwahl und Beschreibung sehr treffend, dadurch wird der/die Leser*in gezwungen von außen auf Menschen im allgemeinen zu blicken. Und eventuell Gesellschaft noch mal anders zu hinterfragen.
PS Ich habe das Original gelesen, Kritiken an der deutschen Übersetzung sind teils heftig. Möglicherweise ist es einfach schlecht übersetzbar.
48. Jacinto Benavente 1922
01.05.21-10.05.21 "Der Tugendhafte Glücksritter" ist das klassische Hochstapler Motiv. Eine der Hauptfigueren gibt sich als Diener der Anderen aus. Sie lügen sich zu einer reichen Heirat. Leider ist die Erzählung ebenso reich an Klieschees wie die Grundidee. Aber für etwas leichte Unterhaltung nett und sehr eingängig geschrieben. (Und natürlich kann man jede Menge Gesellschaftskritik in der Story lesen, nur nichts Neues)
47. Ernest Hemingway 1954
05.04.21. "The Old man and the sea" hat mit wirklich gefallen. Es ist melancholisch aber nicht deprimierend. Die Beschreibung des Meeres ist sehr eingängig und lässt das Gefühl aufkommen mit im Boot zu sitzen.
46. Samuel Beckett 1969
18.03.21 "Waiting for Godot" ist genau so seltsam wie alles das ich je darüber gehört habe!
45. José Echegaray 1904
15.03.21-17.03.21 "The great Galeto" ist sehr gut lesbar und auch nachvollziehbar in der Erzählung. Allerdings habe ich mir wegen des Inhalts die Pest an den Hals geärgert. Was für eine Welt in der eine Frau moralisch verkommen ist weil sie mit einem anderen Mann in einem Zimmer war?
44. Maeterlinck 1904
10.03.21-15.03.21 Ich glaube jedes dieser Stücke würde sehr von einer Inzinierung profitieren. Und sie wirken alle sehr aufführbar. Mir hat "die Blinden" am besten gefallen. Insgesamt sind die Stücke recht verwirrend weil viel Information zur Geschichte fehlt und zwischen den Zeilen gelesen oder erraten werden muss. Die größte Gemeinsamkeit ist sicher die Beschäftigung mit dem Tod an sich ohne das dessen Ursache eine Rolle spielt.
43. Henryk Sienkiewicz 1905
04.03.21-10.03.21 "Quo Vadis" ist als historischer Roman gar nicht schlecht. Sehr lesbar geschrieben, die Intriegen an Neros Hof (wie echt sie auch sein mögen) sind sehr lustig und der Abenteuerteil (Spoiler: Rom brennt ab :-)) ist sehr spannend. Leider ist es eben auch ein eindeutiges pro Christentum-Propagandawerk und die antisemitischen Tendenzen sind teils schwer zu ertragen.
Special 2 Malala Yousafszai
01.03.21-03.03.21 Malala Yousafszai hat keinen Literaturnobelpreis. Aber sie ist Nobelpreisträgerin und ihr Buch war wunderbar! Also lege ich "Ich bin Malala" jedem ans Herz. Diese junge Frau ist außergewöhnlich. Sie erzählt mitreißend von ihrem Leben und ihrer Heimat. (Und von ihrem Vater den sie offenbar so verehrt das er ein Heiliger zu sein scheint wenn sie von ihm spricht, aber auf mich wirkte das durchaus sympathisch)
42 William Butler Yeats 1923
18.02.21-26.02.21 "The secret Rose and other stories" ist ebenfalls eine Kurzgeschichtensammlung. Die Geschichten im ersten Teil sind sehr kurz, die im hinteren Teil umfassen immerhin mehrere Seiten. Letztere haben mir sehr gut gefallen, die sehr typische irische Atmosphäre kommt in den Geschichten an. (Geistergeschichten, oder Geschichten über arme Leute in den Geister vorkommen)
41. Nagib Machfus 1988
10.01.21 - 25.02.21 "Die Moschee in der Gasse" ist eine Sammlung von sehr unterschiedlichen Kurzgeschichten. Durchaus gut geschrieben, jede gibt ausreichend Anlass zum Nachdenken. Leider auch deprimierend, wirklich alles ohne Ausnahme geht schrecklich aus.
Special 1 Olga Tokarczuk
08.02.21 - 15.02.21 Nachdem "der Gesang der Fledermäuse" ja ein Highlight des letzten Jahres war gab es zu Weihnachten eben noch ein Buch von Frau Tokarczuk."Ur" ist die Geschichte eines kleinen polnischen Dorfes im 20en Jahrhundert. Wir alle wissen das da einiges passiert. Es ist ein wenig spiritueller als der Gesang der Fledermäuse (was ich zwischendurch anstrengend fand) aber auch sehr empfehlenswert.
40. Gao Xingjian 2000
10.01.21 - 08.02.21 "Soul Mountain" ist schön, für eine Europäerin aber auch echt anstrengend. Die Folklore-Anteile sind so fremd wie es nur geht und ich hatte seitenweise keine Ahnung was ich lese. Auch über die politischen Umstände bin ich viel zu wenig informiert um zu verstehen warum irgendetwas problematisch sein soll.
39. Nelly Sachs 1966
5.12. 14.12. Teile von "Fahrt ins Staublose" klingen sehr schön und berühren beim Lesen. Allerdings ist Lyrik einfach schwierig zwischen Prosatexte zu bewerten. Und auch nicht so recht mein Favorit.
38. Samuel Joseph Agnon 1966
01.11. - 3.12. "Gestern, Vorgestern" ist sterbenslangweilig. Wirklich es dauert bis zur Mitte dieses Wälzers ein leises Interesse an der Hauptfigur zu entwickeln und dann erzählt der Autor stattdessen was einem Hund passiert der zufällig ins Bild läuft. Man hat den Eindruck er wurde nach Seiten bezahlt und musste sie irgendwie füllen.
37. Heinrich Böll 1972
28.10. - 01.11. "Wo warst Du Adam" ist schmerzhaft zu lesen. Eine eindrückliche Beschreibung der Sinnlosigkeit des Krieges im Allgemeinen und ganz besonders des zweiten Weltkrieges und der Gräuel die Deutschland in der Welt und hier angerichtet hat. Und doch ist auch die Hauptfigur Deutscher und kein Wiederstandskämpfer...
36. Wole Soyinka 1986
23.10. - 28.10. Ich fand "Death and the Kings Horsemann" sehr schwierig. Es ist schon sehr fern für mich was hier passiert und es fällt mir wirklich schwer die beschriebenen traditionellen Vorgehensweisen zu akzeptieren. Dennoch ist offensichtlich wie groß der psychologische Schaden ist den Kolonialistn anrichten wenn sie ihre Moralvorstellungen auf eine völlig andere Gesellschaft zu stülpen versuchen.
35. Paul Heyse 1910
18.10. - 22.10. "Unheilbar" ist kitschig und romantisch und irgendwie vorhersehbar. Und trotzdem lesenswert, all die Gedanken über Leben und Tod und die Frage ob und wie man sein Schicksal annimmt oder dagegen ankämpft geben den Figuren eben einen Charakter der beim Lesen Interresse und Mitgefühl erzeugt.
Einzig die Ausgabe vom "Belser Wissenschaftlicher Dienst" kann ich nicht empfehlen, schlecht gescannt, kaum lesbar.
34. Kenzaburo Oe 1994
17.10. "Reißt die Knospen ab" ist eine unglaublich brutal erzählte Geschichte. Im Text wird nicht gesagt welcher Krieg hier den Hintergrund bildet, aber offenbar befinden wir uns im 2.Weltkrieg irgendwo in Japan. Die Protagonisten sind Kinder aus einer Besserungsanstalt die wegen des Krieges evakuiert werden. Die Verachtung die ihnen entgegenschlägt und die Misshandlungen die sie erfahren sind schwer zu ertragen, vor allem weil der seltene Wiederspruch das Gefühl gibt man sei daran gewöhnt.
33. Louise Glück 2020
09.10. Eine Lyrikerin kann man ja schnell einschieben. Louise Glück wurde heute als Empfängerin des diesjährigen Literaturnobelpreises bekanntgegeben. Auf der Seite des Nobelpreiskommitees findet sich auch ihr Gedicht "Snowdrops" https://www.nobelprize.org/prizes/literature/2020/bio-bibliography/
Mir hat von den Gedichten die ich auf die Schnelle finden konnte "A Myth of Devotion" am besten gefallen. Ich bin ja bei Gedichten altmodisch, ich mag Reime und kann mit moderner Poesie oft wenig anfangen. Ich kann aber ehrlich sagen, selbst für mich klingt Glücks Sprache schön und berührt etwas in mir.
32. Theodor Mommsen 1902
19.09.- 16.10. "Römische Geschichte" aha. Sind nicht viele Sachbücher die einen Literaturnobelpreis eingebracht haben, also muss das ja ganz besonders sein. Ich habe mich jetzt also fast einen Monat lang gefragt was um Himmels Willen die Etrusker dem Herren Mommsen angetan haben. Die vielen Seitenhiebe auf die ungebildeten, häßlichen Etrusker die das Alphabet "barbarisiert" haben waren jedenfalls zum Schießen. Ansonsten durchaus interessant aber auch anstrengend wenn man weder Latein noch altgriechisch beherrscht. Das war mühsam...
31. Hermann Hesse 1946
"Demian" ist sehr angenehm zu lesen, schnell hat man ein Gefühl für den Erzählen gefunden. Mir gleitet es allerdings ein wenig zu sehr in eine esoterisch-sektenartige Weltsicht ab. Vielleicht hat mich das aber auch nur zu sehr an all die "Erleuchteten" erinnert die in Jahr 2020 ihr Unwesen treiben.
30. Gerhard Hauptmann 1912
18.09. OK. Werft mir Eskapismus vor, als nächstes möchte ich etwas lesen das nicht deprimierend ist. "Rose Bernd" ist das arme Gretchen all over again. Plus Vergewaltigung. Ja es ist gut geschrieben, ja es ist wahr diese Geschichte ist sicher hundertfach passiert. Schön, daß Männer das auch erkannt haben und für ihre Dramen verarbeiten.
29. Toni Morrison 1993
06.09.-18.09 Und wieder ein deprimierendes Buch. Immerhin ist das das einzig Negative das ich zu "Song of Solomon" anzumerken habe. Ja an ein paar Stellen gleitet es in den magischen Realismus ab auf den ich seit Gabriel García Márquez nicht gut zu sprechen bin. Aber es ist einfühlsam. Jeder Charakter hat genug Tiefe das ich beim Lesen wirklich wissen möchte was aus ihm/ihr wird. Und natürlich ist es gerade besonders aktuell über Rassismus in den USA (und bei uns) zu sprechen und zu lesen. Schade, daß das immer noch nicht geklärt ist.
28. Sigrid Undset 1928
18.06.-02.07 "Jenny" ist so eine typisch deprimierende Geschichte. Erst aus der Perspektive eines jungen Mannes erzählt ist Jenny eine unglaublich starke Frau die völlig emanzipiert für sich entscheidet. Bis sie sich verliebt... Natürlich wird sie vom falschen Mann schwanger. Und das kann nicht gut ausgehen. Leider ist es irgendwie eines dieser Bücher die immer anstrengender werden weil man einfach nicht nachvollziehen kann warum sich die Protagonisten so verhalten wie sie es tun. Es kann selbstverständlich an dem Jahrhundert liegen dass vergangen ist.
27. Swetlana Alexijewitsch 2015
25.08 - 04.09 "Tschernobyl" ist geeignet Alpträume zu verursachen. Der Interview-stil bei dem die Fragen nicht auftauchen sondern nur geschrieben steht was die Interviewten sagten ist gewöhnungsbedürftig und ich bin nicht sicher ob ich mehr davon lesen möchte aber es ist dadurch sehr berührend. Mir fehlte ein wenig die Einordnung, immer wieder kommt vor das niemand damals die Fakten kannte oder wusste was sie bedeuten. Der/ die Leser*in weiss das heute eben auch nicht sicher und in diesem dokumentarischen Buch hätte ich mir ein Glossar und vielleicht eine kurze Zusammenfassung der Datenlage gewünscht.
26. Herta Müller 2009
27.07 - 23.08 seufz! "Der Fuchs war schon immer der Jäger" verständlicher wird es nicht mehr. Im Gegenteil, man kann Herta Müllers Schreibstil sicher schön finden (oder schön verschwurbelt) aber inhaltliche Klarheit ist kaum zu finden. Hauptsächlich anstrengend.
25. Mario Vargas Llosa 2010
18.07- 25.07 "Tante Julia und der Schreibkünstler" macht einfach Spaß. Sicherlich kann man mehr über die Südamerikanischen Gesellschaften erfahren, etwas zu Korruption und Konflikten. Aber es ist auch einfach eine wirklich unterhaltsame, teils richtig durchgedrehte Geschichte die man vielleicht einfach genießen sollte.
24. Olga Tokarczuk 2018
13.07. - 17.07. Ganz klar, bitte lest den "Gesang der Fledermäuse". In diesem Buch steckt so viel. Ein Blick auf die eingeschworene Gemeinschaft in abgelegener Gegend, eindeutige Kritik des Umgangs der Menschen mit der Natur, ein wenig Krimi. Und vor allem Figuren die Fehler haben und dem/der Leser*in dennoch ans Herz wachsen.
Ich bin mir sicher, Frau Tokarczuk wird wieder auf meiner Leseliste stehen!
23. Romain Rolland 1915
02.07. - 14.07. "Mahatma Gandhi" ist nicht ganz leicht zu lesen. Die Figur ist sicher nicht sehr kontrovers, Gandhi wird extrem positiv dargestellt und mit Blick auf den Rest der Menschheit ist das sicher nicht falsch. Romain Rolland stellt ihn allerdings unverholen als christlichen Heiligen dar, der sich zwar selbst als Hindu bezeichnet aber so gut und erleutet ist dass er eigentlich ein Christ sei. Hmm....
Allerdings ist es sehr interressant einen westlichen Blick auf Gandhi zu dessen Lebenszeit zu bekommen. Und der war damals sicher nicht allgemein so unverholen positiv, immerhin endet das Buch lange vor Indiens Unabhängigkeit mit dem Mahatma im Gefängnis.
22. Orhan Pamuk 2006
02.06.-15.06. "Rot ist mein Name" ist einfach wunderbar! Es ist spannend, es ist berührend, es ist ein wenig magisch. Die Magie nervt nicht sondern untermalt wunderschön die Atmosphäre.
21. Albert Camus 1957
13.05. -15.05. Der Fremde bleibt auch dem/der Leser*in fremd. Camus schafft durch den sehr emotionsfreien Icherzähler maximale Distanz zum Inneren der Hauptfigur. Ob hier jemand mit einer Persöhnlichkeitsstörung spricht oder es sich um einen litarischen Kniff handelt bleibt offen, in jedem Fall besteht ein großer Interpretationsspielraum für den/die Leser*in
20. Gabriel García Márquez 1982
01.05. - 12.05. Dem Himmel sei Dank! Ich bin mit "Hundert Jahre Einsamkeit" durch! Ich habe lange nicht so gekämpft. Wenn magische Elemente in einem Buch auftauchen, dürfen sie für mich nicht nur Deko sein, hier haben sie mich unheimlich genervt. Auch das es scheinbar nur zwei Namen für alle männlichen Figuren (und das sind viele - 100 Jahre) gibt, trägt kaum zur Lesbarkeit bei. Keine der Figuren ist sympathisch, nur eine stirbt vor ihrer Zeit, bei allen anderen wartet die/der Leser*in lange, dass sie aus der Geschichte verschwinden. Und dann kommen sie als Geister zurück...
19. Rabindranath Tagore 1913
12.05. Empfehlung für "The Post Office"! Ich werde mit Sicherheit Tagore auf meine "mehr lesen" Liste setzen. Humorvoll, unglaublich einfühlsam, eine wunderbare Beobachtungsgabe. Hier zeigt ein Autor Liebe für seine Figuren, nicht nur die Helden.
18. Dario Fo 1997
11.05.-12.05. "Zufälliger Tod eines Anarchisten" war schon gut und bringt zum Nachdenken, allerdings hat man zum Ende hin das Gefühl die Geschichte ist in Wirrniss gefangen und findet kein Ende. Auf jeden Fall ein Text für den man Kontext dringend benötigt.
17. Bjørnstjerne Bjørnson 1903
05.05. -07.05. Über "Absaloms Hair" bin ich ein wenig zwiegespalten, es ist wunderschön geschrieben, deshalb lest bitte selbst und macht Euch ein Urteil. Es scheint mir ein Standardmotiv zu sein, dass Figuren geschaffen werden mit denen die/der Leser*in mitfiebert und langsam aber sicher rutschen sie zu Unsympathen ab. Daran leidet dann auch irgendwie der Lesespaß wenn die positive Figur fehlt.
16. Thomas Mann 1929
03.05. -04.05. Mit "Tonio Kröger" bin ich nicht recht warm geworden. Der Anfang hat heftiges Heimweh nach Lübeck ausgelöst, ist so gesehen schon sehr gut beschrieben, aber mit Tonios Weggang aus der Hansestadt und seinem Erwachsenwerden wird er leider immer uninteressanter in seinem Charakter.
15. Winston S Churchill 1953
25.04. - 03.05 Savrola war gleich auf mehreren Ebenen eine echte Überraschung. Zum einen hatte ich das Vorurteil ein Mann wie Winston Churchill hätte eher trocken als lesbar geschrieben, hier war aber echte Spannung nicht zu leugnen. Zum Anderen leuchtet hier ein wesentlich progressiveres Demokretieverständnis als ich erwartet hätte. Lang ist es nicht, einfach mal lesen!
14. Nadine Gordimer 1991
20.04. "Loot" findet sich auf der Seite des Nobelpreiskommitees https://www.nobelprize.org/prizes/literature/1991/gordimer/25767-nadine-gordimer-prose-1991/ Ihr könnt diese Kurzgeschichte also dort lesen, ebenso wie einige Gedichte und Auszüge aus Werken anderer Preisträger*innen.
Persönlich hat mir die erste Hälfte sehr gut gefallen, der allgemeine Blick auf die Menschheit war interessant. Die zweite Hälfte, die nur auf eine Person blickt, fand ich eher verwirrend. Möglicherweise müsste ich wissen ob sich die Autorin auf jemand bestimmten bezieht?
13. Imre Kertész 2002
15.04. - 20.04.Roman eines Schicksallosen
Was soll ich sagen, ich glaube eine literarische Kritik ist in diesem Fall dem Inhalt einfach nicht angemessen. Verstörend und wichtig.
12. Doris Lessing 2007
1.4.-3.4. Das Frauenbild in "Winter im Juli" kam mir schon sehr seltsam vor, aber auch wenn der Nobelpreis noch nicht so lange her ist, diese Erzählung ist aus den 50ern. Auch der Blick auf Diener (die selbstverständlich schwarz sind) wäre heute hoffentlich anders. Ob die Gefühle in der Beziehung der drei Protagonisten gut herausgearbeitet sind darüber kann man sicher geteilter Meinung sein.
11. Verner von Heidenstamm 1916
3.3. -
Das Schwedisch ist zu schwierig für mich - ich schiebe
10. Knut Hamsun 1920
10.4.- 12.4. Wie deprimierend. "Hunger" ist das treibende Gefühl für den größten Teil dieser Geschichte. Und auch wenn bei den aktuellen ganz realen Existenzängsten die viele von uns plagen es vielleicht ganz gut tut uns zu erinnern das es uns trotz allem so viel besser geht, gerade jetzt fand ich es fürchterlich bedrückend.
9. Rudyard Kipling 1907
4.4.-10.4. "Das Dschungelbuch" steht auf meiner Ausgabe, an anderen Stellen heißt es "die Dschungelbücher". Wer wie ich nur den Disneyfilm kenn ist vielleicht überrascht wenn die Geschichte um Mowgli nur knapp das halbe Buch einnimmt. Darauf folgen einige weitere ebenso stark anthropomorphisierte Tiergeschichten. Menschen jedenfalls kommen hier nicht gut weg.
8. Iwan Bunin 1933
31.3. Ich hatte viel Spaß an "Ein unbekannter Freund", es ist seltsam, es verwirrt das jemand so etwas veröffentlicht. Es ist keine Geschichte - aber irgendwie doch. Und irgendwie habe ich mich auch wiedererkannt.
7. John Steinbeck 1962
16.3. "The Pearl" ist ganz fürchterlich deprimierend. Vor allem weil es so glaubwürdig ist. Lesen! Aber vorsicht der Glauben an die Menschheit kann dabei auf der Strecke bleiben.
6. Kazuo Ishiguro 2017
4.2.- 10.2. Ich habe "Remains of the day" sehr geliebt. Leserinnen fühlen sich vielleicht an P.G.Woodenhouse erinnert, die Innenansichten eines englischen Butlers sind wunderbar abgebildet. Und der gesellschaftliche Kommentar der dazwischensteckt bleibt eben aktuell
5. Alice Munro 2013
25.1. - 3.2.
Eine Familiengeschichte in einzelnen Erzählungen.
Leider bleibt man ein wenig ratlos was die ältere Geschichte angeht, denn die Episoden sind kurz und es bleiben viele Lücken die die Leserin für sich selbst füllen muss. Dennoch schön und ich werde mehr von Ihr lesen.
4. Patrick Modiano 2014
22.1.-25.1. "Im Café der verlorenen Jugend" ist ein sehr schöner Text indem eine Figur dem Leser immer näher rückt obwohl sie nur in einer unerreichbar fernen Vergangenheit beschrieben wird. Eine leise Melancholie dringt durch die Seiten und spricht vom vergangenen und von Menschen die wir nicht mehr sehen und Orten die nicht mehr existieren.
3. Selma Lagerlöf 1909
12.1. - 22.1. Mit "Gösta Berling" habe ich mich ein wenig gequält. Leider konnte ich gar nichts mit diesem Buch anfangen. Etwa drei Viertel der erzählten Episoden beziehen sich auf Gösta, der Rest erzählt von anderen Figuren um ihn herum. Ein stimmiges Bild entsteht weder von der Figur Gösta Berling noch von der Gemeinde um ihn herum. Charaktere bleiben farblos, die Episoden scheinen beliebig aneinandergereit. Ich nehme an, dass zur Zeit des Erscheinens die Geschehnisse weniger belanglos wirkten und ein Gesellschaftsbild zeichnen sollten, das heute nicht mehr der Erfahrung entspricht.
2. Halldór Laxness 1955
8.1. - 12.1. Da ich kein Isländisch beherrsche habe ich "The Fish can sing" auf englisch gelesen. Ein sehr humorvoller Text über Menschen in einer ganz anderen Zeit. Ein großer Spaß für deutsche Leser sind deutsche Zitate (in den Mund von Menschen ohne Kentniss der deutschen Sprache gelegt). Mich hat das Buch sehr neugierig auf Island und seine Menschen gemacht.
1. Eugene O'Neill 1936
6.1. - 7.1. "Long Day's Journey into Night" hat mich wirklich sehr mitgerissen und berührt. Die wenigen Figuren lassen einen in kürzester Zeit spüren wie sehr Drogen eine ganze Familie betreffen.